Das Wichtigste bei einer Hochzeit…

…ist immer genau das, wonach man ger­ade schaut. Egal ob es der Fotograf ist, die Loca­tion, das Essen, die Musik, das Kleid, die Ringe, Ein­ladungskarten, Klopa­pier­farb­muster. Alles so wichtig, dass damit die gesamte Hochzeit ste­ht oder fällt. Da ist es natür­lich auch nicht ver­wun­der­lich, dass man, völ­lig gestresst vom eigen­em Glück, ver­sucht an die etwas erfahrenere, das Ganze etwas objek­tiv betra­ch­t­ende Umwelt zu wen­den.

Da hat man natür­lich viele Möglichkeit­en. Zum einen Hochzeit­sportale oder Grup­pen in sozialen Net­zw­erken. Man sollte aber hier bedenken, dass sie voller min­destens genau­so panisch rum­ren­nen­der Faste­heleute sind, die vielle­icht nicht den gle­ichen Geschmack teilen, andere Vorstel­lun­gen haben, min­destens genau­so wenig Ahnung haben wie man selb­st, oder ein­fach nur Vol­lid­ioten sind.

Eine weit­ere Alter­na­tive wären Hochzeit­szeitschriften. Hochzeit­szeitschriften sind teuer. Ver­dammt teuer, und ganz ehrlich, ich weiß über­haupt nicht, wozu die gut sein sollen. Eine Fre­undin hat mir ihre “vererbt”. Schlanke, schöne Hip­ster­paare, die ihren schön­sten Tag mit zehn Leuten irgend­wo im Wald, auf einem Fes­ti­val, am Meer, im The­ater, in ein­er Sche­une feiern. Alles voller Blu­men, die Tis­chdeko per­fekt auf alles abges­timmt. Das Paar kommt auf einem Tan­dem, Long­board, Ves­pa anger­adelt. Die Gäste trinken selb­st­gemachte Hol­un­der-Minze-Limette-Schor­le mit Horn­feilchen- und Gänse­blüm­ch­eneiswür­feln aus Wick­gläsern. Das Essen kommt von einem Foodtruck. Als Gästegeschenke gibt es auser­lesene Öle oder Seifen, bei zehn Leuten ist es auch ok. Gut, kann an alles als Inspi­ra­tion im Hin­terkopf behal­ten.

Und dann gibt es natür­lich die Fre­unde, die nur das Beste für einen wollen und gemäß ihren Ratschlä­gen leicht bipo­lare Ten­den­zen haben. Es kom­men so Ratschläge wie: Ach Band, Band, mach’ doch ein­fach eine Playlist, oder fragt doch mal Guns N’ Ros­es, die machen’s bes­timmt, haben doch schon seit Jahren keine Auftritte mehr. Torte? Die von Cop­pen­rath und Wiese, die sind sog­ar zum Teil veg­an­isch, oder bet­selle dir so eine 16stöck­ige, bege­hbare. Ach, wenn’s zu trinken nur Bier gibt, reicht es doch, naja und den 10 Jahre alten Whiskey.

Das Wichtig­ste bei ein­er Hochzeit ist übri­gens: Die Braut Nicht alles so wichtig zu nehmen.

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Wer Ja Sagen will, muss lernen Nein zu sagen

Eine wun­der­volle Nachricht für mich, mein Lieb­ster hat mir nach knapp 6 Jahren des gemein­samen Lebens, einen Heirat­santrag gemacht. Wie schön, dachte ich. Heirat­en muss doch etwas wun­der­volles sein. Ich habe mir zwar nie eine Märchen­hochzeit a la Hol­ly­wood vorgestellt, aber unge­fähr so muss es doch sein, oder? Habe ich gedacht!

Wie oft war man schon auf Hochzeit­en und hat sich gedacht, “na, also das hät­ten sie auch etwas bess­er machen kön­nen”, oder “und dafür dann so viel Geld aus­gegeben?” Und zack, ist man sel­ber mit­ten drin.

Zwar habe ich immer wieder, hier und da mir sagen lassen, wie unheim­lich teuer alles ist, aber was wis­sen die schon. Es muss nicht so teuer sein und trotz­dem wun­der, wun­der, wun­der, wun­der schön. Habe ich gedacht!

Ich fing an instink­tiv nach Hochzeit­en zu googeln. Alles was ich gefun­den habe, war wun­der, wun­der, wun­der schön. So schön und zuck­er­süß, dass ich fast davon Karies bekom­men hätte. Ach diese Wiesen, diese Felder, diese Heuballen, diese glück­lichen Bräute. Hmm noch mehr Wiesen, Felder, Heu, Bräute. Hmm, wo sind den ihre Typen. Ah da hin­ten in der Ecke, leicht ver­dat­tert. Es geht ja schließlich auch nur um die Braut. Die wun­der, wun­der schön ist.

Ok, als ich mich dann an den Bräuten und den Heuballen satt gese­hen habe, ging es auf, zu der Loca­tion­suche. Und wieder, dein Google mein Aller­heilmit­tel. Unzäh­lige Schlößer und Hotels, und Wasser­mühlen mit ver­wun­sch­enen Gärten. Alles wun­der schön. Aber komisch, nier­gend­wo Preise dran. Und dann machte ich den größten Fehler und fragte an, was es so kosten kön­nte. Und ganz schnell wurde aus wun­der­schön wun­der­lich. Das was ich dann als Preis gesagt bekom­men habe, machte auf ein­mal, den schön­sten Tag im Leben zu dem teuer­stem Tag im Leben. Ganz schnell ertappte man sich dabei, dass man im Begriff war genau das, was andere bei ihren Hochzeit­en, ange­blich falsch gemacht haben soll­ten, selb­st zu pla­nen.

Und plöt­zlich sah man diese ganzen wun­der­schö­nen Bilder mit Wiesen, Feldern, Heuballen und Bräuten drauf aus einem ganz anderem Gesicht­punkt. Aufein­mal war über­all ein imag­inäres Preiss­child dran, und man dachte nur “Seid ihr denn bescheuert.” Hochzeit­en sind zu ein­er reinen Geld­mach­mas­chine gewor­den. Das Mot­to “ihr heiratet nur ein­mal” ist zu einem Syn­onym für “wir pack­en über­all nochmal eine 0 dran” gewor­den.

Nein ich brauche kein Schloss. Nein ich brauche kein vier Kon­ti­nen­ten Buf­fet von einem Sterne-Koch. Nein ich brauche keine Deko wie aus schön­er Wohnen. Nein ich muss nich auf Rosen­blät­tern zu Klän­gen eines Stre­i­chorch­esters den Gang ent­lang schre­it­en. Nein ich brauche kein Kleid, um mich wie eine Prinzessin zu fühlen.

Nein, ich will nicht so feiern. Nein, ich brauche es nicht für einen per­fek­ten Tag. Was diesen Tag per­fekt macht, ist dass ich die Liebe meines Lebens heirate, und da gehört kein Preiss­child dran, und kein Heuballen dieser Welt kann ihn erset­zen.

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Ach, die Familie

Sitzen beim Fam­i­lien­fest alle am Tisch. Wie immer sind wir nur zehn, während die Menge an Essen ver­muten lässt, man hat wieder ver­sucht den Welthunger zu stillen. Müh­sam kämpfen ich mich durch Majonäse-Her­ing-Schicht­en, während mein Magen für alle hör­bar hys­ter­isch schre­it “Ren­nie”, wage ich es die Gabel aus der Hand zu leg­en.
Oma: wieso isst du nicht? Schmeckt es nicht?
Ich: doch, aber…
Oma: du hast doch noch gar nichts gegessen.
Ich: doch, aber.…
Oma: ich hab den ganzen Tag in der Küche ver­bracht.
Ich: Ja, aber…
Oma: immer nur Diäten sind nicht gesund!
Ich: Wass­er…
Oma: mir hil­ft ja auch kein­er!
Ich: aber…
Oma: was sagt man dazu, ihr schmeckt es nicht. Tz!
Ich: alles gut.
Oma: dann sag mir ein­fach was ich kochen soll, damit es auch dir schmeckt.
Ich: Piz­za
Oma: aber du meldest dich auch nie.
Ich: Tele­fon kaputt.

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Liebes(alb)traum

Manche The­men sind ein­fach irgend­wie immer aktuell, egal zur welch­er Zeit, an welchem Ort und vor allem in welchem Alter. Die Rede ist von Beziehung­sprob­le­men. Da sind ja alle Experten und vergessen doch ganz leicht, zu welchem Unsinn man sich doch schon mal ver­leit­en ließ.

So traf ich vor einiger Zeit mich mit ein­er Fre­undin, die mir munter von ihrer On/Off Beziehung erzählt, die ger­ade wohl in einem tem­porärem On steckt, aber mit ein­er Licht­geschwindigkeit auf ein Off zus­teuert. Die Einzel­heit­en ers­pare ich an dieser Stelle, obwohl wir ja hier unter uns sind.

Ich, als jemand, der schon seit län­gerem bei Beziehung­sprob­lem doch recht unbeteiligt ist, fühlte mich in mein­er Pflicht als Fre­undin, sie auf das mögliche Off doch nochmal hinzuweisen und hoffte sie mit den Worten “ver­giss das Arschloch ein­fach” doch zur Besin­nung zu brin­gen. Aber irgend­wie ist meine sub­tile Botschaft noch nicht so ganz bei ihr angekom­men. Komisch.

Das gab mir dann doch zu bedenken. War ich vielle­icht zu forsch und unsen­si­bel? Niemals, ich doch nicht. Ich habe es nur gut mit ihr gemeint, wenn sie nicht darauf hören mag, völ­lig unver­ständlich.

Einige Tage später, fiel mir mein altes Tage­buch in die Hände. Die let­zten Ein­träge waren fast unmit­tel­bar, bevor ich vergessen habe, was Beziehung­sprob­leme sind. Ich habe mir die Texte aufmerk­sam durchge­le­sen. Auf ein­mal liefen die Abgründe der Freak­show, die sich damals in meinem Lebens abspielte, in einem Zeitraf­fer an mir vor­bei.

Dieser ständi­ge Gefühlschaos. Auf der einen Seite, war er der Größte und aus meinem Lebens gar nicht mehr weg zu denken, auf der näch­sten Seite ver­fluchte ich bere­its den Tag sein­er Geburt. Und das ganze ging in einem Stakka­to weit­er, dem ich irgend­wann mal geistig nicht mehr fol­gen kon­nte. Ich brauchte auch tat­säch­lich etwas länger, um mich zu erin­nern, um wen es sich han­delt. In mein­er Erin­nerung, war es ein­fach nur irgen­dein Mann.

Und plöt­zlich fing ich an mich zu schä­men. Nicht für die wirren Ein­träge in meinem Tage­buch, son­dern für das Unver­ständ­nis für meine Fre­undin. Bitte nicht falsch ver­ste­hen, der Typ ist nach wie vor eine Pfeife. Aber eines Tages denkst Du vielle­icht auch an ihn zurück und erin­nerst dich ein­fach nur an irgen­deinen Mann. Aber bis dahin bist Du meine Fre­undin, und ich bin immer für Dich da.

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Oh ein Klavier, ein Klavier

Ich koket­tiere ja ganz gerne damit, dass ich völ­lig unmusikalisch bin. Das hat mir ja auch schon den einen oder anderen amüsan­ten Abend beschert. Aber die völ­lige Abwe­sen­heit des musikalis­chen Tal­ents und der Unwille, mich von der Kun­st der Musik ein­fan­gen zu lassen, ist tief in mir ver­wurzelt.

Ange­fan­gen hat das Ganze in den 60er Jahren. Mein Opa war ein lei­den­schaft­li­cher Zock­er. Da aber das Glücks­spiel in der dama­li­gen UdSSR ver­bo­ten war, blieb ihm nichts ande­res übrig, als sich bei den Spie­ßern ein­zu­rei­hen und an der monat­li­chen Lot­te­rie-Ver­lo­sung teil­zu­neh­men. Schlimm genug, dass man die­se Ner­ven­kit­zel nur ein­mal im Monat und dann auch noch mit zig ande­ren Spin­nern tei­len musste, noch schlim­mer war die Tat­sa­che, dass man nicht ein­mal Geld gewin­nen kon­nte, son­dern lediglich irgend­wel­che Sach­gü­ter. Einen Tep­pich, einen Fern­se­her, viel­leicht sog­ar mal ein Auto oder eine Reise auf die Krim ans schwarze Meer — ja frü­her war das tat­säch­lich mal was Schö­nes. Also alles nütz­li­che Dinge, die man irgend­wo­hin in die Woh­nung stel­len kon­nte, oder wenigs­tens, die einem was gebracht haben. Und so geschah es, dass eines Tages mein Opa etwas unschlüs­sig an der Tür­schwelle mit sei­nem neu­es­ten Gewinn stand: Einem Klavier. Zwar komme ich aus ein­er jüdis­chen Fam­i­lie, aber mit dem Fid­dler auf dem Dach sind wir defin­i­tiv nicht ver­wandt, und aus­gerech­net dieses eine Klis­chee ist in voller Gänze an uns vor­bei gegan­gen. Also wurde das Teil in die winzige Bude mein­er Großel­tern bugsiert.

Jahre­lang wurde es als unprak­tis­che Ablage ver­wen­det, versper­rte die halbe Woh­nung und stand als moralin­saures Mah­n­mal für die Leicht­fer­tigkeit meines Opas. Mit den 80er Jahren kam auch die neue Gen­er­a­tion ins Haus und das Klavier stand nach wie vor völ­lig unberührt, wie eine alte Jungfer, da. Als kleines Kind hielt ich es für einen etwas mis­s­rate­nen Schrank und weniger für ein Musikin­stru­ment. Zwar hat­ten wir im Kinder­garten auch ein Klavier, auf dem jeden Mor­gen das Pro­pa­ganda­gesinge begleit­et wurde, aber das Klavier hat­te nichts mit dem Mon­strum bei meinem Großel­tern gemein­sam. Es ist schon bis zu uns durchge­drun­gen, dass man es spie­len kann, aber (A) durften wir auf­grund der fast krankhaften Über­vor­sicht mein­er Groß­mut­ter eh nicht dran — man kön­nte sich ja irgend­wie daran ver­let­zten — und (B) selb­st wenn wir es gewollt hät­ten, hät­ten wir die Klappe nicht aufgekriegt, da viel zu viel Zeug darauf rum­stand.

Eines Tages geschah das Unfass­bare: Das Klavier wurde leer geräumt und ein streng riechen­der, großer Mann mit einem Kof­fer voll merk­würdi­ger Dinge kam zu meinen Großel­tern, machte die Klappe auf und fing auf dem in Jahre gekomme­nen Möbel rum zu häm­mern. Man merk­te, wie das Klavier sich quälte und nicht recht aus dem Win­ter­schlaf erwachen wollte, es hat­te sich mit sein­er Rolle als Ablage abge­fun­den, sie sog­ar lieb gewon­nen und wollte ein­fach in Ruhe die näch­sten 20 Jahre nichts mehr anderes tun. Nach­dem der Stinker mit dem Gerät fer­tig war, herrschte große Aufre­gung. Die Fam­i­lie hat­te sich ver­sam­melt, mein Vater rief mich in die Mitte und verkün­dete mir voller Stolz, dass ich dank den guten Beziehun­gen mein­er Groß­mut­ter bald in eine Musikschule aufgenom­men und ler­nen werde Klavier zu spie­len. Man, war ich da stolz!!!! Da hat man ein­fach die Risiken der Ver­let­zungs­ge­fahr eines Klavieres völ­lig über Bord geschmis­sen und lässt mich unbeauf­sichtigt daran.

Es fol­gten zweiein­halb Jahre voller Qualen und Schmerz. Zweimal die Woche Klavierun­ter­richt — vor der Schule! Ein­mal die Woche, am WOCHENENDE Chor und ein­mal die Woche Solfeg­gio, mit Hausauf­gaben und Prü­fung! Nach­dem ich dreimal mein Klavier­lehrer gewech­selt habe, hat­te man nicht mehr viel Hoff­nung in mich geset­zt, aber dank den guten Beziehun­gen mein­er Groß­mut­ter musste ich trotz­dem hin. Im Chor hat man mir ger­at­en, nur zu den Vorstel­lun­gen zu kom­men und ein­fach mich an den Rand zu set­zen und den Mund aufzu­machen. Im Solfeg­gio, äh, also mir wurde im Grunde erst hin­ter­her gesagt, dass ich eigentlich hin hätte sollen. Dafür war die Beno­tung aber noch recht ansehn­lich.

Nein wahrlich, ich bin und bleibe völ­lig unmusikalisch. Aber eins ste­ht mit großer Sicher­heit fest, diesen Spaß dür­fen meine Kinder nicht ver­passen.

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In Gedenken an…

Ich habe lange über­legt ob dieses The­ma über­haupt hier was zu suchen hat. Aber es beschäftigt mich doch sehr inten­siv, also wieso eigentlich nicht.

Vor eini­gen Monat­en habe ich erfahren, dass jemand aus mein­er Kind­heit, sehr über­raschend gestor­ben ist. Mit ger­ade mal 30 Jahren, kam der Tod für die Fam­i­lie und Fre­unde sehr uner­wartet. Und obwohl wir seit über 15 Jahren keinen Kon­takt mehr hat­ten und ich von diesem Schick­salss­chag nicht betrof­fen war, hat es mich den­noch sehr getrof­fen.

Sei­ther ist sein Tod rel­a­tiv präsent in meinem Leben, alleine schon durch meine Face­book­time­line.

Es gibt viele Wege mit der Trauer umzuge­hen. Die meis­ten igelt sich irgend­wie ein. Man hat das Gefühl, kein Recht mehr auf Spaß zu haben und die Trauer hängt wie eine schwarze Wolke über allem und legt im Leben irgend­wie alles lahm. Doch nicht in diesem Fall. Es ist inter­es­sant zu sehen, wie kreativ man mit dem Ver­lust umge­hen kann, dass die Hin­terbliebe­nen nicht den Lebens­mut ver­lieren und die eigene Trauer nicht in den Vorder­grund rückt son­dern es viel mehr darum geht das Gedenken an einen geliebten Men­schen aufrecht zu erhal­ten.

Es bringt natür­lich einen selb­st zum nach­denken. Also jet­zt nicht dieses, in-hier-und-jet­zt-leben Gerede, dann wäre man ver­mut­lich inner­halb ein­er Stunde kom­plett pleite und wüsste nicht was man mit dem Rest des Tages anfan­gen soll, son­dern ein­fach mal guck­en, was man so im Leben macht. Worauf man sich so fokussiert. Ein­fach pos­i­tiv an das Leben ran gehen und anfan­gen Spaß damit zu haben was man hat.

Kön­nte es sein, dass ich den Sechser im Lot­to niemals bekom­men werde, weil ich ihn bere­its habe?”

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Früher war alles besser?

So langsam kommt man in das Alter, wenn alle Anfan­gen rum zujamm­n­er, früher war alles bess­er. Und kaum man sich ver­sieht, steckt man eben­falls in der Leierk­iste drin, Twix hieß Raider, auf der Kinder­schoko­lade war Gün­ter und nicht Kevin und der Euro war eine Schnap­sidee des Bullen von Bonn.

So schlen­derte ich durch die Straßen mein­er Wahlheimat, und stellte fest, dass viele der Läden in die ich verge­blich ver­sucht habe rein zu kom­men schon längst durch Mut­ter-Cafés oder edel Pommes­bu­den aus­ge­tauscht wur­den. Einige wur­den ein­fach zugemacht oder die Besitzer haben den Schlüs­sel ver­bum­melt, man weiß es nicht. Und so führte mich mein Weg in eine Kneipe, in der ich früher abhing, und die auch noch tat­säch­lich nicht geschlossen wurde. Als ich dann rein ging, und so in Mit­ten von ungepflegten mitte 40er Punks stand, mit ein Duf­taro­ma aus kaltem Tabak, Bier und ein­er feinen Urin­note in die Nase stieg, war mir über­haupt nicht klar, warum dieser Laden nicht zugemacht wurde. Als ich dann auch noch neben dem Tre­sen ein Par­ty-Foto von mir aus meinen Anfang 20ern ent­deck­te, war der Laden für mich gestor­ben.

Auf ein­mal ist es gar nicht mehr so schlimm, dass sich alles ändert. Ist doch egal ob Twix oder Raider, Kinder­schoko­lade schmeckt eh scheiße und der Euro, naja nicht alles ist per­fekt.

Lass mal früher früher sein, bess­er war es jeden­falls nicht.

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Heute fahren wir Auto

Nach einem Besuch bei den Eltern, erk­lären sich diese Bere­it, mich nach Hause zu fahren. Obwohl man die Strecke schon gefühlte tausend mal gefahren ist, ver­lässt man sich auf ein Navi, naja oder so ähn­lich:

Navi: Bei der näch­sten Aus­fahrt links abbiegen.
Vater: Wieso soll ich dahin, das ergibt doch gar keinen Sinn.
Mut­ter: Ja das ver­ste­he ich auch nicht.
Vater: Hol mal das andere Navi, aus dem Hand­schuh­fach.
Mut­ter: Ja warte.

Fahren rechts ran, fahren das zweite!!! Navi hoch. Das Navi Bat­tel kann begin­nen!!!!

Navi (2): Bei der näch­sten Aus­fahrt links abbiegen.
Mut­ter: Wieso gibt sie uns nicht die richtige Route?
Vater: Ich fahre ein­fach mal ger­ade aus.
Mut­ter: Warte, ich glaube jet­zt wird eine neue Route…ne. Fahre ein­fach mal ger­ade aus.

Vater fährt.

Navi(1): Wenn möglich bitte wen­den.
Navi(2): Wenn möglich bitte wen­den.

Vater fährt unbeir­rt weit­er.

Navis jet­zt im Kanon.

Navi(1): Wenn möglich bitte wen­den.
Navi(2): Wenn möglich bitte wen­den.

Navis wer­den immer nervös­er. Vater fährt weit­er. Schaut sich um.

Vater: Wo sind wir?
Mut­ter: Wir sind richtig, ich irre mich nie.

Nach kurzem Zögern:
Navi(1): Ihre Route wird neu berech­net.
Mut­ter: Ja mal guck­en ob sie das jet­zt richtig hat.
Navi(1): In 200m links hal­ten.
Navi(2): Ihre Route wird neu berech­net.
Vater: Ich trau dem zweit­en Navi mehr.
Mut­ter: Wieso das denn? Traust du mir etwa nicht?
Vater: Die Stimme ist angenehmer.
Mut­ter: Was hast du gegen meine Stimme.
Vater: Nichts, aber ich höre sie halt gerne beim Fahren.
Mut­ter: Ach wenn es so ist, dann hör doch auf dein dummes Ding da. Mich braust du nicht mehr zu fra­gen.
Navi(2): In 400m Rechts abbiegen.
Mut­ter: Wehe du hörst jet­zt auf sie und nicht auf mich.
Vater: Weiber!!!
Tati: Sie haben ihr Ziel ver­fehlt.

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Schlechte Witze Montag

Tati: Du, ich hab’ wieder einen Witz für dich
Gegenüber: Ach nö, deine Witze sind immer so schlecht.
Tati: Ach was, der ist super, ver­sprochen.
G: Wirk­lich?
Tati: Nein.
G: Na gut.
Tati: Ok halt dich fest, jet­zt kommt der Brüller.
G: Kann’s kaum abwarten.
Tati: Liegen zwei Würstchen auf dem Grill, dreht sich das eine zu dem anderen um und sagt “Hi!”, schre­it das andere Würstchen “Ihhh, ein sprechen­des Würstchen!!” Und?
G: Was und? Wo ist der Witz?
Tati: Die Würstchen.
G: Was ist mit denen?
Tati: Die sprechen.
G: Das ist nicht witzig.
Tati: Ach was, stell dir mal vor ein Würstchen dreht sich und sagt was, während das andere es voll abar­tig find­et.
G: Na und?
Tati: Das ist witzig.
G: Wieso?
Tati: Wegen des Über­raschungsef­fek­ts?
G: Über­raschungsef­fekt, aha.
Tati: Ich erzäh­le dir nie wieder einen Witz.
G: Ja bitte.
Tati: Komm, ich hab noch einen.
G: Ok .… 

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Frauenquote?

Mit Bun­destags­beschluss vom 6. März 2015 wer­den große Unternehmen in Deutsch­land verpflichtet, Auf­sicht­sräte min­destens mit 30 % Frauen zu beset­zen. Wie passend, denn der März gilt ja bekan­ntlich als der Frauen­monat.

Seit dem besagtem Tag, bzw. eigentlich schon vorher, wird das The­ma ganz heiß disku­tiert. Braucht man die Frauen­quote, rückt man damit tat­säch­lich der Gle­ich­stel­lung der Frau in großen Unternehmen ein Stück näher? In der Wirtschaft spricht man von der Gefährdung des Wach­s­tums und des Wohl­stands, durch solch ein Beschluss, oh nein ich bitte zu entschuldigen, die FDP, bekan­nt auch als die Frauen­ver­ste­her Partei, spricht von der Gefährdung des Wach­s­tums und des Wohl­stands, naja die zählen eigentlich auch gar nicht mehr.

Was aber bei der ganzen Diskus­sion völ­lig außen vor gelassen wird, ist die Gle­ich­stel­lung der Frauen nicht nur in den Führungspo­si­tio­nen, son­dern im kom­plet­ten Beruf­sleben. Ab einen bes­timmten Alter gilt man in vie­len Unternehmen als eine Risiko­gruppe. So ab Ende zwanzig, Anfang dreißig, wenn die biol­o­gis­che Uhr anfängt lauter zu tick­en, wird man qua­si automa­tisch zu ein­er tick­enden Bombe für den Arbeit­ge­ber. Wer hätte das gedacht, der Uterus ein­er Frau, der eigentlich der Ursprung eines Lebens ist, wird auf ein­mal zu ein­er kri­tis­chen Bedro­hung für die Wirtschaft.

Wie kann jemand von ein­er Frau erwarten, dass sie sich zwis­chen Fam­i­lie und Kar­riere entschei­det? Und nur auf­grund dieser Entschei­dung wird ihr weit­er­er beru­flich­er Werde­gang fest­gelegt. Keine Frage: Es gibt auch Aus­nah­men. Junge Pro­fes­sorin­nen, die bere­its mit Mitte zwanzig pro­moviert haben, vier Kinder groß ziehen, und neben ein­er Vol­lzeit­stelle auf ein­er Führungsebe­nen, noch ein Lifestyle­blog betreiben, und es schaf­fen, fast jedes Jahr eine neue Pub­lika­tion raus zubrin­gen. Nein, das ist vielle­icht ein wenig, aber es gibt genug Frauen, die sowohl Beruf als auch Fam­i­lie unter einen Hut kriegen.

Schlimm ist nur, dass das Kinderkriegen im Vor­feld so stig­ma­tisiert wird und viele Frauen eine regel­rechte Panik davor haben. Ein Kind bedeutet nicht das Aus für die eigene Kar­riere. An den Fähigkeit­en ein­er guten Fachkraft ändert sich auch nach der Geburt eines Kindes nichts. Sie bleibt nach wie vor eine gute Fachkraft. Sie ist vielle­icht weniger flex­i­bel, aber das sind alles Dinge, die mit guter Voraus­sicht in den Griff zu bekom­men sind.

Also ist die geset­zliche Frauen­quote eigentlich nichts, was uns, die Mehrheit der Frauen, die nicht im Führungspo­si­tio­nen sind, bet­rifft oder irgend­wie weit­er hil­ft, oder ein Lösungsansatz für ein offen­sichtlich­es Prob­lem darstellt, son­dern nur ein Häkchen auf ein­er Agen­da ist. Auf dem Weg zu ein­er grundle­gen­deren Verbesserung der Arbeitssi­t­u­a­tion für Frauen und Arbeit­ge­ber im Sinne ein­er bedarf­s­gerecht­en Flex­i­bil­ität, bedeutet dieser Schritt nichts.

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