Die Gnade der frühen Geburt

Wieder so ein verwöhntes, plärrendes Blag, das keinen Respekt vor den Älteren hat, alles in den Arsch geblasen bekommt und bereits im Vorschulalter das Arschlochverhalten eines Seniormanagers aufweist. Sie tun alles, damit der kleine Alphasoziopath alles hat, und sich in dieser harten Welt behaupten kann. Die Kleinen haben es echt nicht leicht. Charakterstärke muss nun mal antrainiert werden.
Ich, als kinderloser Sozialschmarotzer hab leicht reden. Mit der Charakterstärke hatte ich es auch viel leichter. Es gab nicht viel, was mich hätte verderben konnte. Früher war halt alles besser. Ich danke meinen Eltern für die winzige Zwei-Zimmer Bude im 15. Stock eines Sozialbaus. Ich danke euch für den Schwarz-weiß-Fernseher, bei dem nur mit einem kräftigen Schlag auf den Hinterkopf das Bild aufhörte zu flackern, während Mutter über Stunden, in einer Yoga Stellung, die externe Antenne festhalten musste. Ich danke meinen Eltern dafür, dass wir keine Bio-Süßigkeiten und keine Limo hatten. Naturtrüber Bio Apfelsaft? Das ich nicht lache! Wir hatten naturtrübes Wasser! Auch dafür danke ich meinen Eltern von tiefstem Herzen. Ja, was hatte ich nur für ein Glück.
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Große Erwartungen

Nun sind es 6 Monate, dass mein Liebster und ich uns bei einer perfekten Hochzeit das Ja-Wort gegeben haben. Und während wir dachten, das war die gaaaaanz große Veränderung in unserem Leben, scheint es allen anderen um uns herum bei weitem nicht genug zu sein. Plötzlich wird erwartet, dass mit dem Beziehungsstatus und der Steuerklasse sich auch das gesamte Leben komplett verändert. Job, Wohnort, Freizeitaktivität, die eigene Persönlichkeit, eben einfach Alles. Aber Freund, einen Moment, wir haben uns doch geheiratet, weil wir einander so mögen wie wir sind, und unser Leben so mögen wie es ist. Unsere Wohnung nicht gegen ein Haus in der Vorstadt eintauschen müssen, unsere Hollandräder nicht gegen einen Kombi, und wenn ich mal auf einer Party nicht sofort zum Bier greife, heißt es nicht, dass ich schwanger bin, sondern vielleicht einfach, dass das Bier scheiße ist!
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Liebes(alb)traum

Manche Themen sind einfach irgendwie immer aktuell, egal zur welcher Zeit, an welchem Ort und vor allem in welchem Alter. Die Rede ist von Beziehungsproblemen. Da sind ja alle Experten und vergessen doch ganz leicht, zu welchem Unsinn man sich doch schon mal verleiten ließ.

So traf ich vor einiger Zeit mich mit einer Freundin, die mir munter von ihrer On/Off Beziehung erzählt, die gerade wohl in einem temporärem On steckt, aber mit einer Lichtgeschwindigkeit auf ein Off zusteuert. Die Einzelheiten erspare ich an dieser Stelle, obwohl wir ja hier unter uns sind.

Ich, als jemand, der schon seit längerem bei Beziehungsproblem doch recht unbeteiligt ist, fühlte mich in meiner Pflicht als Freundin, sie auf das mögliche Off doch nochmal hinzuweisen und hoffte sie mit den Worten “vergiss das Arschloch einfach” doch zur Besinnung zu bringen. Aber irgendwie ist meine subtile Botschaft noch nicht so ganz bei ihr angekommen. Komisch.

Das gab mir dann doch zu bedenken. War ich vielleicht zu forsch und unsensibel? Niemals, ich doch nicht. Ich habe es nur gut mit ihr gemeint, wenn sie nicht darauf hören mag, völlig unverständlich.

Einige Tage später, fiel mir mein altes Tagebuch in die Hände. Die letzten Einträge waren fast unmittelbar, bevor ich vergessen habe, was Beziehungsprobleme sind. Ich habe mir die Texte aufmerksam durchgelesen. Auf einmal liefen die Abgründe der Freakshow, die sich damals in meinem Lebens abspielte, in einem Zeitraffer an mir vorbei.

Dieser ständige Gefühlschaos. Auf der einen Seite, war er der Größte und aus meinem Lebens gar nicht mehr weg zu denken, auf der nächsten Seite verfluchte ich bereits den Tag seiner Geburt. Und das ganze ging in einem Stakkato weiter, dem ich irgendwann mal geistig nicht mehr folgen konnte. Ich brauchte auch tatsächlich auch etwas länger, um mich zu erinnern, um wen es sich handelt. In meiner Erinnerung, war es einfach nur irgendein Mann.

Und plötzlich fing ich an mich zu schämen. Nicht für die wirren Einträge in meinem Tagebuch, sondern für das Unverständnis für meine Freundin. Bitte nicht falsch verstehen, der Typ ist nach wie vor eine Pfeife. Aber eines Tages denkst Du vielleicht auch an ihn zurück und erinnerst dich einfach nur an irgendeinen Mann. Aber bis dahin bist Du meine Freundin, und ich bin immer für Dich da.

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Die perfekte Hochzeit

Jetzt war es ein Jahr lang des Bangens und des Fieberns, des Planens und des Hoffens. Ein Jahr voller Entscheidungen, schöner Entscheidungen, weniger schöner Entscheidungen und sensationeller Entscheidungen.

Hier einmal ein Zeitraffer welchen Weg wir vor dem eigentlichen Ereignis gehen mussten:

Das Datum: wenns nach mir geht, dann am liebsten sofort. Aber immer ruhig mit den jungen Pferden. Winter? Auf gar keinen Fall, da ist es viel zu kalt. Sommer? Ja vielleicht, aber da sind doch so viele im Urlaub, außerdem könnte es zu warm werden. Herbst? Bäh — zu grau, zu kalt, zu doof. Frühjahr? Ja, wie schön, Frühjahr, auch so originell. (Man merkt, wir gehen nicht oft auf Hochzeiten).

Die Location: Düsseldorf und Umgebung, da gibt es bestimmt was schönes. Oh ja das ist prima. Oh ja ein Termin für Frühjahr? Hmmm 2019? Bei dem Preis auch vollkommen ok, vorher haben wir die Kohle eh nicht zusammen. OK Alternative war auch schnell gefunden. Nett, idyllisch, ok kein Schloss und keine Heuballen, aber, naja wenn wir genug Alkohol verteilen, wird es hoffentlich keinem auffallen.

Die Gästeliste: die Geschichte der Gästeliste ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Erst kommt die Familie. Dann rechnet man nochmal nach, was es einen kostet, stellt das verfügbare Budget gegen und redet dann über den Rest. Und dann geht’s los. Lädt man mit Partner und Familie ein? Was ist wenn jemand zum Zeitpunkt der Einladung Single ist, und dann zur Hochzeit doch jemanden mit bringen will? Hm, vielleicht trennt sich auch jemand spontan? Und findet dann wieder jemand neues? Ein Teufelskreis. Dann lädt man Leute mit der vollen Überzeugung ein: Die kommen eh’ nicht. Da kann ich nur sagen, die kommen garantiert!

Die Einladungskarte: nachdem die Gästeliste dann irgendwann mal auch steht, geht es an die Einladungen. Es soll was ganz besonderes, was zu uns passt, sein. Es soll perfekt sein. Ja, wie oft kriegt man Hochzeitseinladungen und denkt sich, oh die ist aber nicht schön, da gehe ich jetzt nicht hin. Oder gar Einladungen, die einen nachhaltig traumatisiert haben? Man darf da, glaube ich, nicht zu viel erwarten. Es ist eine Einladung zu einer Hochzeit. Die meisten Empfänger freuen sich per se, weil sie eingeladen werden.

Das Entertainment: ganz wichtiges Thema. Wir haben angefangen mit dem Klassiker, Ach-ich-mache-einfach-eine-Playlist. Am Ende hatten wir zwei Bands, einen DJ und einen Extra-Act für den Eröffnungstanz. Man muss nicht völlig übertreiben, aber man sollte sich dem Thema vielleicht doch etwas intensiver widmen.  Klar hängt es auch stark von der Gästeliste ab: Habe ich nur Tante Erna und Onkel Heinz, reicht auch der Alleinunterhalter Disco-Klaus mit dem Keyboard, der die Gäste mit lustige Spielchen quält und um Mitternacht “Wer ist Januar geboren ist” anstimmt. Was eigentlich nicht so schlimm ist, da Tante und Onkel bis dahin eh’ schon eingeschlafen sind.

Und nachdem das alles geregelt ist, kann nix mehr schief gehen. Naja, fast nix.

Und so verlief unsere Hochzeit:

Es war ein wahnsinnig heißer Tag. Ich habe alles an Schmuck vergessen, was ich hatte. Der Standesbeamte hat meinen Namen permanent und betont falsch ausgesprochen. Der Schlauch von unserer Bierzapfanlage ist explodiert. Unser Busfahrer hielt mich für einen Gast. Im Bus wahren es gefühlte 1000 Grad. Der DJ hat mich von einem Platz gejagt. Beim Eröffnungstanz waren wir konsequent nicht im Takt.

Aber es war ein wahnsinnig schöner Tag.  Und ich erinnere mich gerne an jeden einzelnen Augenblick.

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Das perfekte Kleid

Ich stehe bei der Schneiderin und sehe mein Hochzeitskleid zum ersten mal fertig an mir angezogen. Mein Gesicht spricht Bände, ich finde es kacke.

Die Schneiderin versucht mich etwas zu beschwichtigen: “Ach das ist nur ein Kleid, wenn die Party gut ist, kann sich jeder nur noch daran erinnern!”

Ich versuche erwachsen und mein Alter entsprechend besonnen zu reagieren.: “Ja, vermutlich haben Sie recht.”

Denke aber nur: “VERDAMMT NOCHMALICH WILL EINE PRINZESSIN SEIN!!!!!!!!!!!!!!!”

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Herr Nowodka erklärt Vintage

Och jood, dat Se misch he treffen. Isch wäiß nichth, ov wie et allt wussten, ävver beim’r dorüvver hät e neue Weetschaff eröffnet. Naja kein richtige, nor esu e moderne. Fröher gab et beim’r Mettbrötchen, met öntlich Öllich drop. Un wat maache der Pooschte. Jebrots dat Mett un der Öllich dürch, packe noch a pärche unaussprächliche Dinger drop un nennen et Burger. Letztens han isch d’r Keller ausgeräumt un ahl Palletten, Benzinkanister, ahl Jeeße un rock zuck wor all wäch. Se meinte se bruche dat all för der Deko. Dann ben isch met Ritasche ren un wat sin ich se drinke Altbier us Einmachgläsern un esse Fritten us Mülleimern. Un dat Bier, dat es nit ens vum Faaß, sondern usd’r Falsche, dat muß mer sich erstmal vorstellenm’r, hättenm’r sowas fröher nit getraut. Icsh han ens ming Broderschdoochter, Jenni, gefragt, wat dat all soll, un do meinte se nor et nennt sich wintäsch, Mir han et fröher Dress genennt. Wann do wintäsch wells, kanns do ija direktemang noh Colonia jöckeln, mieh wintäsch, als d’r Dom kriegste do nit.
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Der Ring der Ringe

Alle sagen mir immer, wie wichtig es ist, die perfekten Ringe für die Hochzeit auszusuchen.

Ist es nicht.

Um den Artikel etwas voller zu kriegen, hier noch ein Keksrezept, was ich heute ausprobiert habe, hatte ja Zeit über nach dem Ringkauf:

300 g Mehl
40 g Rohenzucker
125 g Margarine
100 g Agavedicksaft
100 g Erdnussbutter

Ofen bei 160 Grad vorheizen. Alle Zutaten zu einem gleichmäßigem Teig mischen. Runde Kekse daraus formen und für 10 Minuten in den Backofen stecken. Fertig!!!! (Psst.…Dauerte länger als das Ringekaufen)

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Heiraten ist so ein Frauending

Es ist ja schon paar mal hier Thema gewesen, mein Liebster und ich werden in wenigen Wochen den Bund der Ehe eingehen. Aber seit dem wir beschlossen haben zu heiraten, wobei um genauer zu sein, seit dem wir offiziell verkündet haben, dass wir beschlossen haben zu heiraten, zeichnet sich immer mehr ein seltsames Bild in unserem Freundes- und Bekanntenkreis.

Besonders bei den Männern, und vor allem bei denen, die diesen Schritt bereits gewagt haben, stelle ich immer wieder recht fragwürdiges Verhalten fest. Erst kommt die Beglückwünschung, und dann drehen sich die Herren zu meinem Liebsten um, machen dieses leidvolle Gesicht, als ob sie sich gerade einen fiesen Splitter eingefangen hätten, dann folgt eins diese Uhhhh-Mundformationen, und dann die alles entscheidende, zu hundert Prozent unpassendste Frage aller Zeiten in diesem Augenblick “Junge, hast Du es dir wirklich gut überlegt??” Jetzt im Ernst, was erwarten sie in diesem Moment für eine Antwort “Oh, jetzt wo Du es sagst, ich glaube ich will doch nicht” oder “Nee, habe ich nicht, aber was habe ich bloß für eine Wahl?” Okay, bei dem einen oder anderem wäre es vielleicht sogar ehrlich. Aber wer ist schon ehrlich?

Aber was soll dieses übertriebene Machogehabe, die Ehe wäre was schreckliches, eine nimmer endende Hölle, und der einzige Weg aus ihr, ist das Ableben deiner Geistesgegenwart, deines Humors, deiner Libido und anschließend deines Läääääbens? Ja, so ist die Ehe.

Völlig überraschend und unverhofft werden die vorher unkomplizierten und reizenden Geschöpfe unmittelbar nach dem Ja-Wort zu Monstern. Sie saugen alle Lebensenergie aus euch und machen euch zu ihrem willenlosen Sklaven. Und das alles unter Verweigerung der ehelichen Pflichten. Respekt!

Dieses Heiraten wurden doch eh von den Weibern für die Weiber erfunden, als die ultimative Rache an dem Mann für alles, wirklich für ALLES! Und außerdem wollen sie es nur als Alibi, um einen sündhaft teuren Fummel anzuziehen und einfach mal ein Haufen Kohle aus dem Fenster zu schmeißen, um einmal Prinzessin sein. Ja ja, so sind wir, wir Frauen, einfach nur scheiße.

Meine lieben geknechteten Ehemänner, ihr Gottes Geschenke an die Menschheit, ich kann euch nur sagen, ein Glück, können wir bald voneinander sagen, dass wir verheiratet sind, und zwar nicht miteinander.

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Neujahrsvorsätze

Freunde, das neue Jahr hat begonnen. Ein Ende ist immer mit einem traurigen Abschied und mit Verlust verbunden. Ein Anfang ist immer frisch, neu, spannend, ungewiss. Man hat noch alles vor sich, und kann es noch selbst gestalten, wie ein unbeschriebenes Blatt. Entweder macht man etwas Schönes, Kreatives und Ansehnliches draus, oder man macht es wie immer, nur dann wird es wie immer, am Ende gefühlt scheiße.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass fast jeder, den Jahreswechsel dazu nutzt, etwas Neues sich anzueignen um die eigene Lebensqualität zu verbessern. Klassiker sind da natürlich Fitness und Gesundheit, Liebe und das soziale Leben, seit neuestem auch Umwelt.

Und wieso nicht das eine und das andere irgendwo miteinander verbinden und das ganze dann nutzen, um einen Text daraus zu schreiben. Gedacht, getan et voilà, da haben wir es schon. Aber worum geht es hier eigentlich? Mein Vorsatz für dieses Jahr ist weniger Müll. Egal welchen Müll, Bio‑, Papier, Glas, verbal, sozial, mental einfach alles.

Das bedeutet auch, sich von einigen lieb gewonnenen asozialen Gepflogenheiten zu verabschieden, wie z. B. Bio-Gurken in Plastikfolie kaufen, oder emotionalen Müll in sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Zum ersten muss ja hoffentlich nicht viel sagen, da nicken die meisten nur zustimmend. Da ich ja ohnehin mich seit über einem Jahr fast ausschließlich vegan ernähre, ist das eigentlich nur die logische Konsequenz daraus.

Zum zweiten Vorhaben, verhält es sich eigentlich nicht viel anders als zu erstens. Ein Post in zwei Sätzen, ist schnell getan, schnell gelesen, schnell geliket, ist aber am Ende des Tages völlig sinnfrei. Das polemische Gesülze, was da oft verbreitet wird, interessiert mich nicht, kommt auch ganz selten bis zu mir durch, und ich denke, es verhält sich mit meinen eigenen Posts genauso. Es ist einfach nur überflüssiger Müll. Dann lieber dem eigenen Blog weiter Leben einhauchen.

Nein ich melde mich nicht ab, ich laber nur hoffentlich einfach nicht mehr so viel.

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