Früher war alles besser?

So langsam kommt man in das Alter, wenn alle Anfangen rum zujammner, früher war alles besser. Und kaum man sich versieht, steckt man ebenfalls in der Leierkiste drin, Twix hieß Raider, auf der Kinderschokolade war Günter und nicht Kevin und der Euro war eine Schnapsidee des Bullen von Bonn.

So schlenderte ich durch die Straßen meiner Wahlheimat, und stellte fest, dass viele der Läden in die ich vergeblich versucht habe rein zu kommen schon längst durch Mutter-Cafés oder edel Pommesbuden ausgetauscht wurden. Einige wurden einfach zugemacht oder die Besitzer haben den Schlüssel verbummelt, man weiß es nicht. Und so führte mich mein Weg in eine Kneipe, in der ich früher abhing, und die auch noch tatsächlich nicht geschlossen wurde. Als ich dann rein ging, und so in Mitten von ungepflegten mitte 40er Punks stand, mit ein Duftaroma aus kaltem Tabak, Bier und einer feinen Urinnote in die Nase stieg, war mir überhaupt nicht klar, warum dieser Laden nicht zugemacht wurde. Als ich dann auch noch neben dem Tresen ein Party-Foto von mir aus meinen Anfang 20ern entdeckte, war der Laden für mich gestorben.

Auf einmal ist es gar nicht mehr so schlimm, dass sich alles ändert. Ist doch egal ob Twix oder Raider, Kinderschokolade schmeckt eh scheiße und der Euro, naja nicht alles ist perfekt.

Lass mal früher früher sein, besser war es jedenfalls nicht.

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Herr Nowodka und der Bürgermeister

Jut, dass isch Sie hier treffe!

Hammse schon jeört, wir hamja jetzt nen neuen Bürgerfriemel da, ja der alte Elbers is ja wäsch, hängt jetzt irgendwo im Ruhjebit überm Zaun, und der Neue, na wie heißt de nochmal, na isch habit gläisch, ja Mensch….. Bittä?… Was sachnse? Ja jenau! Geisel, rischtisch, der Geisel, unser neuer Bürgämäista. Ja der Geisel, der is ja nischmal von hier, ne. Dä wohnt ja hier um die Eck, ja dahinten bei uns, wo dieser Bierladen is, ne. Hat sisch wohl jedacht, „isch zieh mal nach Derendorf, ist jetzt Mein Dorf,“ Höhö, verstehense de Witz, Deren Dorf, mein Dorf, höhö. Ja, isch weiß dat, weil isch bin neulisch mit de Ritasche rumjelaufen hier in Derendorf, un da säh isch de Geisel auf de Straß rumbröllen, „ja isch wohn hier mit mäiner Frau“. Wer hätte des jedacht, dass de da mit seiner Frau wohnen tut.

Un wie dat Pfingsten hier so an Unjewittern war, da erinner isch misch noch an de Spatziergang. Dat war nämmlisch so: Wir hatten auch ein paar Schäden hier, ja und da sin auch zwäi Platten hier kapott jejangen. Ja und wer tut es mir hier ersetzen? Dan fräge ischse? Hmm? Aso isch bin ja der Mäinung, die Stadt muss ja für haften, ne. Findese auch, oda? Ja. Und isch ham ja da päar mal anjerufen, und wat kam, nix. Und die Platten stellten ein Jefahr für die Alljemeinheit. Stellense sisch ma vor, da läuft de Bürgämäister mit siner Frau lang, stolpert über die kappotte Platte und brischt sisch wat. Der Schaden wäre ja unvorstellbar. Ja, habe isch jedacht, isch handel ja nur im Sinne der Alljemeinheit. Und bin also mit mäiner Karre da zum Bierladen hin. Denn isch hätt da beim Spatziergang jesehen, dass die da Steinplatten an die Straaß gestellt hatten. Schöne Idee, Herr Bürjermeista, dacht isch noch. Nischt nur bei Sperrmüll, auch sonst den Leuten was Gutes tun.

Aber jetzt sehense mal wat am nächsten Morgen da hing:

Aushang

Kein Verständnis fürs alljemeinse Sischerheitsjefühl. Und da sach isch Ihnen, mit sona Einstellung, da können se ja jleisch na Köln ziehn!

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Hüftgold in Düsseldorf

Heute mal eine Tarte im gaaaaaanz weiten Sinne.

Seit einigen Jahren verändert sich das Stadtbild zusehends. Vor allem die Einflüsse und die Essenstrends aus den USA lassen die üblichen, vollgespackten Pommesbuden verschwinden und stattdessen schießen quietschbunte Lädchen aus dem Boden, die einen auf Retro machen und versuchen, einem übertreuerten Süßkram anzudrehen. Das Süßzeug wird fertig geliefert und von irgendwelchen Aushilfskräften aufgebacken, Liebe und Hingabe sind da eher Fehl am Platz, alles schmeckt irgendwie gleich und irgendwie nach irgendwas.

Daher bin ich froh, euch heute mal einen kleinen Laden in Düsseldorf-Flingern vorzustellen, der seine Kuchen noch selbst backt und auf seine unkonventionelle Art der sonst so spießigen Stadt eine Stück Coolness verleiht. 🙂

Das Café Hüftgold in der Ackerstraße 113. Der Schokoladenkuchen ist die Sünde wert und absolut empfehlenswert.

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Büdchenreport 4: Martkhalle Ecke Bankstraße/Schwerinstraße

Heute mal wieder eine fast vergessene Rubrik: Der Büdchenreport.
Der Nachdurst der Karnevalszeit hat mich am Karnevalssonntag in das Büdchen an der Ecke Bankstraße/Schwerinstraße verschlagen.
Bereits am Eingang begrüßte mich das blaue Schildchen mit einer EC-Karte drauf.

Juhu, das bargeldlose Leben hat auch in den Büdchen Einzug gefunden.

Das Angebot ist reichlich und die Preise sind wirklich annehmbar. Also falls jemand an einem Sonntag bargeldlos eine Dose Ravioli haben will, ist er bei dem Laden genau richtig.

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Neu im Bücherschrank(23): David Safier – Mieses Karma

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David Safier sollte den meisten momentan bekannt sein, durch die Verfilmung seines Buches „Jesus liebt mich!“. Außerdem verdanken wir David Safier viele RTL Serie wie „Nikola“, „Die Camper“ und „Das Leben & Ich“ und selbstverständlich den Bestseller „Mieses Karma“.
Darin wird eine untreue Moderatorin von einem Meteor erschlagen und muss, aufgrund von ihrem miesen Karma, erst buddhistische Pluspunkte sammeln, bevor sie wieder als Mensch zur ihrer Familie darf.
Das Buch ist teilweise unheimlich witzig, aber leider auch einfach zu schnulzig, dass ich mich ganz dahinter stellen könnte. Ja ich hab es gelesen, aber in meinem Bücherschrank hat es keinen Stammplatz finden können.

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Neu im Bücherschrank (20): Marian Keyes' Sushi für Anfänger

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Sushi für Anfänger war das erste Buch der britschen Autorin, das ich gelesen habe.

Kurz zu Handlung: Eine Großstädterin muss in die Provinz, um ein langweiliges Frauenkäseblättchen aufzupeppen.

Obwohl es ein scheinbar typisches Frauenroman ist, wirkt es nicht kitschig, und versucht nicht, seine Hauptfiguren auf Teufel-komm-raus komisch zu überzeichnen.

Wie auch in späteren Romanen verarbeitet die Schriftstellrin, einerseits nüchtern andererseits sehr komisch, ihren Kampf mit der Sucht und Zwangsneurosen.

Mein persönliches Urteil: Ich fand das Buch gut, und ich hoffe der neue Besitzer wird genauso seine Freude daran haben.

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Gogol am Friedensplätzchen

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Und wieder zog es uns im Auftrag des guten Geschmacks an den Bücherschrank. Dieses Mal mit einem Klassiker der russischen Literatur, der jedem Russen bekannt sein dürfte: „Die Toten Seelen“ von Nikolai Gogol.

Zur Handlung: Pawel Tschitschikov wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und arbeitet sich mit viel Fleiß im büroktratischem Russland hoch. Nachdem er wegen Korruption zum Fall gebracht wird, arbeitet er an seinem Aufstieg, in dem er mit toten Leibeigenen, im damaligem Russland „Seelen“ genannt, handelt.

Die Komödie um Betrug, Korruption der Behörden, menschliche Gier und Unbelehrbarkeit könnte aus der heutigen Zeit stammen. Mit satirisch fein überzeichneten Charakteren kritisiert Gogol die Missstände des post-napoleonischen Russlands.

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Neues vom Bücherschrank

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Bridget Jones ist eine übertieben tolpatschig dargestellte Engländerin, die selbst mit Anfang dreißig durch ihre Unbeholfenheit jede 17jähirge erblassen lässt. Das Lesen der Schmöker ist eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen, aber dennoch unterhaltsam.Wer sich da versucht wieder zu finden, der tut mir leid.

Das Buch ist leider etwas in Verruf geraden, als es 2001 verfilmt wurde. Während ich mir beim Lesen die Hauptfigur als eine durchschnittliche Frau, die sich von einer Pralinen und 100 Zigaretten am Tag ernährt und dabei trotzdem ständig über ihr Gewicht jammert, vorstellte, wurde die Hauptdarstellerin nicht müde stets zu erwähnen, wie schwierig die Rolle doch war, da sich dafür soooooooo viel zunehmen musste. Zu allem Überfluss wurde sie für ihre Tapferkeit von den Medien gelobt. Da wird mal wieder die Kluft zwischen Realität und Fiktion bewusst, als normale Frau ist man nur fett und lächerlich.

Wer nach anspruchsvoller Literatur sucht, ist hier eindeutig falsch. Wer allerdings einfach nur unterhalten werden und einfach nur lachen will, dem kann ich die Schmöker empfehlen.

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Blumenkombinat

Liebe Genossen, hier ist der unverkennbare Beweis, dass selbst in der westlichsten Stadt Deutschlands, man bis heute noch große Soladirität mit den Brüdern und Schwester, hinter dem einst eisenen Vorhang, empfindet.
Während in London noch darüber gestritten wird, dass das deutsche Olympiateam, den vier Jahresplan nicht erfüllt hat, verläuft hier alles plangemäß.

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