Sohnemann hat das Wohnzimmer verwüstet und will jetzt Uno spielen. Ich ganz pädagogisch, versuche ihn zu erpressen.
Ich: erst bitte das Wohnzimmer aufräumen!!
Sohnemann: Nein!
Ich: Hallo?
Sohnemann: hallöchen!!!
Please noreply
Was ist eigentlich mit den Menschen los? Ich dachte der Zweck der KI war, komplexe Aufgaben zu lösen, und die Menschheit in eine besseres Zeitalter zu bringen.
Statt dessen nutzen wir sie für sinnlose Conny Bilder, Verbreitung von Falschinformationen und natürlich für alle lästigen Aufgaben, auf die wir kein Bock haben. Anscheinend auch Antworten auf Textnachrichten. Wir sind nicht mehr in der Lage sind ein einfaches „Alles gute zum Geburtstag!“ oder „Schade, vielleicht sehen wir uns ein anderes mal“ zu schreiben. Jetzt werden es mehrseitigen Aufsatz über kleine Jubiläen und ungeahnte Resilienz bei Geburtstagseinladungen verschickt. Wie soll ich da nur keine Angst vor einer KI Invasion kriegen, da sie schon längst das Denken für uns übernommen hat, inklusive der Zwischenmenschlichen Kommunikation. Nur ist der das nicht so offensiv, wie bei Terminator, als die Roboterpanzer über Skelette fuhren, sondern viel subtiler, und keiner sieht sich genötigt, diese zu bekämpfen. Aber jetzt komme ich Sarah Conner-like auf den Punkt, wenn euch die Antwort zu lästig ist, dann lasst es. Denn ich lasse es ab sofort auch, auf solche Nachrichten zu reagieren.
Tati und das Meer
# Warum Russen die Nordsee nicht verstehen
Mein Name ist Tatjana und ich habe die ersten zehn Jahre meines Lebens auf der Krim verbracht.
Urlaub war bei uns ein sehr einfaches Konzept: Man fährt ans Schwarze Meer. Das Wasser ist warm, man geht rein, man geht wieder raus, legt sich in die Sonne, wird braun, isst Schaschlik – fertig. Als Kind war ich fest davon überzeugt, dass das die einzig richtige Art ist, Urlaub zu machen.
Dann lernte ich einen Deutschen kennen.
Ich heiratete ihn, wir bekamen Kinder und seitdem tauschte ich Weinberge gegen Kühe, türkisblaue Buchten gegen Schlick und die Strandliege gegen… den Strandkorb.
Wir fahren an die Nordsee.
Die Nordsee ist ein bisschen wie deutsches Essen. Eigentlich richtig gut – aber man muss sie erst verstehen.
Meine russischen Verwandten und Bekannten haben dieses Verständnis bis heute nicht entwickelt. Jedes Mal, wenn das Thema Urlaub aufkommt und ich nur ganz vorsichtig das Wort „Nordsee“ erwähne, schauen sie mich an, als hätte ich erzählt, dass wir dieses Jahr freiwillig Urlaub auf einem Parkplatz machen.
„Da ist doch nur Wind!“
„Das Wasser ist kalt!“
„Das Meer ist weg!“
„Warum fährt man da freiwillig hin?“
Das Schönste daran: Keiner von ihnen war jemals dort.
Lange konnte ich gar nicht erklären, warum die Nordsee für Russen so befremdlich wirkt. Bis heute.
Ich saß gemütlich in meinem Strandkorb, eingewickelt in eine Decke, weil es Ende Juli gefühlte neun Grad hatte. Da hörte ich plötzlich russische Stimmen.
Ein Paar lief am Strand entlang.
Der Mann blieb stehen, zeigte auf die Strandkörbe und sagte:
„Komm, wir holen uns auch so eine Bude!“
Eine Bude.
Nicht Strandkorb.
Bude.
Und plötzlich machte es *klick*.
Genau das ist es!
Für Deutsche ist das ein Strandkorb.
Für Russen ist das eine Holzbude.
Und plötzlich ergibt die ganze Nordsee Sinn.
Man fährt nämlich gar nicht an den Strand.
Man bezieht eine nummerierte Holzbude, richtet sich häuslich ein, baut den Windschutz auf, hängt die Jacken auf, verstaut die Kekse, budelt einen tiefen Graben, damit der Nachbar bloss einem nicht zu nah kommt, setzt sich bequem hin und wartet gemeinsam darauf, dass das Meer irgendwann vielleicht mal vorbeikommt.
Und trotzdem muss ich zugeben:
Irgendwann passiert etwas Merkwürdiges.
Man fängt an, den Wind zu mögen. Man mag das Schlick. Man liebt den Strandkorb.
Kein leichter Weg
Das Thema, was mich aktuell etwas umtreibt: Ich bin übergewichtig. Nein um genauer zu sein bin ich per Definition dick. Ich habe seit meinem 13. Lebensjahr ein BMI von über 30, und bin seit meinem 13. Lebensjahr dauerhaft auf irgendwelchen Diäten. Das Problem werden viele kennen.
Es gibt keine Diät, die nicht ausprobiert habe, es gibt nichts, was ich nicht über gesunde Ernährung weiß. Ich gehe drei bis vier mal die Woche zum Sport und mache alles was geht zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Trotzdem schaffe ich es im besten Fall mein Gewicht zu halten, aber es nicht zu reduzieren. Jetzt gibt es eine neue Möglichkeit, die sogenannte Abnehmspritze. Was schon vom Namen her völlig abwertend klingt. Der „leichte“ Weg, wie viele sagen. Das ist nicht der leichte Weg. Menschen, die diese Weg gehen, haben ein Leben lang gelitten. Ich bin nicht dick, weil ich mich dazu entschieden habe. Ich entscheide mich jeden Tag abzunehmen, aber es hilft nichts.
Ich habe mich an meinen Hausarzt gewendet, mit der Bitte um die Spritze, und er lehnte es ab. Er mache sowas nicht, weil es sich auf dem Gebiet nicht auskennt. Würde seiner Tochter auch nicht verschreiben. Und verweist mich auf einen billigen Spiegelartikel, dass Menschen durch die Einnahme von Ozempic erblindet wären. Ja wichsen macht auch blind. Ich solle eine Ernährungsberatung machen und Sport treiben.
Es gibt eine Weg, Menschen wie mir zu Helfen. Aber es wird nicht für nötig empfunden. Warum auch? Dick sein, ist ja etwas, was ich jeder Zeit ändern kann. Iss weniger, beweg dich mehr. Was ist das schon? Es ist alles. Es ist mein Leben.
Der Herbst, der Herbst
Der Sommer ist längst ade, selbst die Sommerzeit hat sich seit einer Woche verabschiedet.
Nach den Ferien ist vor den Ferien. Großes Kind besuchte in den Herbstferien ein Musicalworkshop. Ein schöner Urlaub in der Großstadt für mich, eine aufregende Zeit für den Nachwuchs. Und schon ist der nächste Workshop für die Sommerferien gebucht.
Außerdem sind wir gerade verzweifelt auf der Suche nach einem Sommerdomizil. Die heimischen Inseln, scheinen restlos ausgebucht zu sein, Festland wird auch immer voller.
Meine engste Verwandte entschied sich für ein Inselleben und wandert kurzer Hand aus. Ich weiß noch nicht, ob ich es gut finde, aber die Entscheidung obliegt zum Glück nicht mir.
Und während irgendwelche wilden KIs meinen letzten Text fleißig kommentieren, ich im Zug nach Hause hinter einer Essigchipfs stinkenden Fregatte sitze, genieße ich die letzten spätherbstlichen Tage und freue mich auf die Vorweihnachtszeit.
Im Sommer erlebtes
Kaum hat man die Reste vom Silvesteressen entsorgt, ist es auch schon August. Mein letztes festgehaltenes Erlebnis war in Paris. Ach Paris. Aber blicken wir kurz auf die Zeit danach.
Im Juni stand die langersähnte Reparatur der Spülmaschine an, selten war ich für die Hilfe eines Mannes so endlos dankbar. Ich habe einige Kita und Sommerfeste erfolgreich geschwänzt. Ein etwas enttäuschendes Konzert von Guns’n’Roses in Düsseldorf gehört, Slash du warst natürlich super, ich liebe dich.
Da war der Juni auch schon überwunden, und es ging weiter in den Juli. Ein paar heiße Tagen raubten mir den Schlaf und den Verstand. Aber schon ab der zweiten Woche ging mit Sack und Pack an die Nordsee. So saß ich eine Woche lang in meine Strandkorb, aß Fischbrötchen und beobachtete den Liegereiner, der seine Frau liebevoll kommandierte, seine Kinder dekreditierte und dabei wirklich nie sein Liegeplatz verlassen hat.
Back in Town ging es auch schon weiter. Zwischen Kinderbespaßung und ungewolltem Achtsamkeitstrainig ganz viel Arbeit. Am Samstag noch ein Konzert von Christian Steiffen im Tanzbrunnen erlebt. Schöner Mann, schöne Musik, nach knapp 12 Jahren wird es nicht langweilig. Ein alter Mann nannte mich Mädchen, ein anderer alter Mann, fragte sich, warum ich nicht bei meinen Kindern bin. Jetzt bin ich ja da, und der Sommer kann weiter gehen.
In Mail erlebtes
Vor einigen Wochen hatte ich die große Freunde ein Wochenende in Paris zu verbringen. Zugegeben, ich habe nicht viel erwartet. Das letzte mal in Paris war ich ende der Neunziger. Eine klassische Busfahrt, der Guide nuschelt unmotiviert ins Mikro, schauen sie nach links, schauen sie nach rechts. Man macht ein paar Fotos mit der Analogkamera, um in ein paar Wochen festzustellen, dass es eh nix geworden ist. Gewohnt haben wir in einem schmutzigem Hotel in der Nähe vom Moulin Rouge, gesehen haben wir den Louvre, den Eifelturm, Versailles, Notre Dame und noch irgendwas, innerhalb von zwei Tagen. Also alles in allem etwas unentspannt, als ob man nicht direkt um die Ecke wohnen würde, und nur das eine Mal in Paris wäre.
Es sollten tatsächlich mehr als 25 Jahren vergehen, dass man doch noch mal auf die Idee kam, dass Paris um die Ecke wäre und man eben mal dahin fahren könne. Gesagt getan. So fuhr ich mit meiner Familie in die Stadt der Liebe.
Und was soll ich sagen, die Stadt hat mich absolut verzaubert. Für zwei Tage durfte ich in die aufregende Pariser Künstlerwelt der anfänglichen 20. Jahrhunderts anfangen. Von russischen Impressionisten über Italienische Expressionisten, zum Kubismus und Jugendstil berauscht, fuhr ich Seelig wieder in meine westfälische Provinz. Bitte nicht falsch verstehen, ich lebe hier gerne und für keine Minute entfachte in mir der Wunsch den Spuren der Kunstavantgarde zu folgen, und meine innere Marevna zu entdecken. Aber es weckte in mir den Wunsch, doch mich etwas mehr mit Geschichte zu befassen.
Also 10 Stunden Arte-Doku später, befand ich mich in meiner westfälischen Wahlheimat auf einer kleinen Kunstausstellung. Auf dem Bild sah man eine Fischplatte. Und schon fielen mir die Kunstwerke von Chaim Soutine ein. Ich, ganz stolz auf mein neu erlangtes Wissen, ging auf die Ausstellerin, die sich ebenfalls im Raum befand, zu, und frage sie, ob die Bilder eben von jenem inspiriert wären. Tja, nein! Die Damen erzählte mir begeistert, von ihrem Urlaub auf Sardinien, wo eben die gleichbenannten Fischchen, gerne mal in Zeitungspapier eingewickelt wären. Und seit dem malt sie gerne Fisch auf Zeitung. Alles klar. Dank.
Im April erlebtes
Ach Urlaubszeit ist die schönste Zeit. Körper und Geist erholen sich beider maßen. Zumindest in der Theorie. Seit dem ich in den Genuss der Elternschaft gekommen bin, hat sich der Urlaub doch etwas verändert. Es gibt Eltern, die sagen, uns doch egal, die Kinder müssen das einfach mitmachen. Ist auch völlig ok. Wir gehören nicht dazu. Seit der Geburt der Thronfolger fahren wir regelmäßig in ein Kinderhotel. Tatsächlich sogar eins, das bezahlbar ist. Eine Woche Kinderparadies. Und sind die Kleinen entspannt, bin ich ebenfalls entspannt. Und nach dem, mittlerweile 4 mal, freue ich mich auch immer tierisch drauf. Und Überraschung, es ist ein Kinderhotel, wo nicht nur die Kinder sind, sondern auch deren Eltern. Und anstatt sich solidarisch durch alle Höhen und Tiefen, Wachstumsschüben, Wutausbrüchen und sonstige Zipperlein zu zeigen, vergleicht man sich nur argwöhnisch miteinander. Auch ich bin zu einer Mutter geworden, die andere ganz genau im Blick hat. Sind die anderen Kinder älter, denkt ich mir, oh das machen wir dann natürlich anders. Sind die anderen Kinder jünger, denke ich oh ja, das haben wir auch so durchgemacht, ich muss es natürlich kund tun. Und da stehe ich nun. Ich bin genau zu diesem nervigen Elternteil geworden, dass man nie werden wollte. Mütter, die alles besser wissen und zu allem eine Meinung haben.
Wenn die Eltern müde sind, weil die Nacht zu kurz war, was man selber Jahrelang durchgemacht hat, halt die Fresse. Wenn das Kind auf dem Spielplatz hinfällt und die Mutter es tröstet, oder auch nicht, halt die Fresse. Wenn eine Mutter stillt, und dabei komplett auf Alkohol verzichtet oder sich ein Bier gönnt oder ein Glas Wein, halt die Fresse. Wenn die Eltern die Geduld verlieren, und einmal laut werden, halt die Fresse. Schreib ein Blog drüber, schreib ein Buch drüber, mach ein Podcast. Aber in dem Moment, in dem du es siehst, halt die Fresse.
Zum Glück habe ich einen eigenen Blog und kann das alles hier kundtun. Zum Thema Alkohol in der Stillzeit…nein Scherz, das Thema ist nur für Männer relevant. Ironie an: nur sie dürfen sich eine Meinung zu bilden. Ironie aus.
Ich glaube, würden wir Mütter, einfach öfter mal die Fresse halten, gegenüber anderen Müttern, und nicht ständig alles vergleichen und werten, wäre das Elternsein viel entspannter. Hier ein paar unpopuläre Tatsache über mein Elterndasein:
– meine Tochter darf so viel Medienzeit haben wie sie will
– mein Sohn wird recht unregelmäßig gebadet, da er dabei das ganze Haus zusammenschreit
– er geht auch nicht zum Friseur, sondern ich schneide ihm immer mal wieder den Pony nach, unter viel Geschrei, versteht sich
– beide Kinder schlafen bei mir im Bett
– meine Tochter geht nicht in die Nachmittagsbetreuung, weil sie kein Bock drauf hat
– ich zwinge die Kinder nichts zu essen, worauf sie keine Lust haben, nur weil ich sage, es ist gesund
– ich bin auch gerne für mich alleine, fühle mich dabei aber gleichzeitig total schuldig, und kann das überhaupt nicht genießen
– die entspannteste Zeit für mich ist, wenn ich weiß, der Papa kümmert sich gerade
– ich bin nicht oft auf dem Spielplatz, weil ich keine Zeit dazu habe, und wenn ich Zeit habe, habe ich keine Lust dazu
– zwischen den Eltern in der Schule und Kindergarten fühle ich mich fehl am Platz, weil ich da niemanden kenne
– bei uns herrscht Chaos und ist nicht geputzt, was ich total hasse
– grundsätzlich halte ich nichts davon meine Bedürfnisse komplett in den Hintergrund zu stellen, weil es mich unglücklich macht, und wer will schon eine unglückliche Mama
Danke für es lesen. Bitte nicht kommentieren.
Kleines Märchen (Triggerwarnung, es gibt wohl kein Happy End)
Es war einmal eine Prinzessin, sie lebte in einem kleinen Schloss, dass wie ein Plattenbau aussah. Sie lebte da mit ihrer Mama, der Königin, ihrem Papa, dem König, und ihrer älteren Schwester, die ebenfalls eine Prinzessin war. Der König war oft jähzornig, er hat sich sein Leben als König anders vorgestellt. Denn Könige dürfen alles, oder? So wurde es ihm schon als Kind beigebracht. Alle haben dem König zu gehorchen und niemand darf ihm widersprechen, und schon gar nicht die Königin oder die Prinzessinnen. So ging es eine Weile und der König wurde immer wütender, vor allem auf die Königin und die ältere Schwester der Prinzessin. Die kleine Prinzessin verstand das alles nicht. Er war doch der König und liebte sie so sehr. Er war nie wütend auf sie, aber auf ihre Schwester. Und eines Tages beschloss die Königin mit ihren Töchtern weg zu gehen. Der König war traurig, er verstand es nicht. Er war doch der König, ihm sollten doch alle gehorchen und nicht ihn fürchten. Aber er ließ die Königin ziehen. Es vergingen Jahre, der König Lebte sein bestes Leben, er fand eine neue Königin, die ihm besser gehorchte. Doch dann wurde der König alt, und erinnerte sich an die kleine Prinzessin, die er doch so geliebt hat. Aber die Prinzessin meldete sich nicht bei ihm. Wieso nicht, er war doch der König, und Könige dürfen doch alles. Nein, dürfen sie nicht! Er hat sich 30 Jahre nicht die Bohne für die kleinen Prinzessin interessiert, und jetzt will sie auch nichts von ihm wissen.
Und die Moral von der Geschichte: heirate niemals einen König!
Im Februar bedachtes
Kaum hat das Jahr angefangen, fühl es sich wie ein altes an, ist aber immer noch recht neu. Seit 4 Wochen dauerkrank in verschiedenen Konstellationen, damit es nicht zu langweilig wird. Kein schöner Zeitvertreibt. Aber dafür viel Zeit zum gucken. Dank einem freundlichen Berater der Telekom, haben wir seit knapp zwei Jahren, sämtliche Streamingdienste verfügbar und eine unbeschränkte Anzahl an Möglichkeiten, das Gehirn zu betäuben.
In den letzten Tagen lag mein Fokus auf Disney Prinzessinnen. Angefangen hat das ganze mit einem Musical Besuch von „Schöne und das Biest“. Da wird einem wunderbar vorgeführt, was toxische Männlichkeit bedeutet. Ich rede nicht von dem offensichtlich völlig gestörtem Gaston. Ich meine das Biest. Ein wirklich unausstehlicher, misogyner Primat. Für den eine intelligente und ambitionierte junge Frau alles aufgibt. Wirklich? Ernsthaft? Das gibt es doch nur in Märchen. Oder bei vielen meinen Ü40er Freundinnen, die sich gerade eingestehen müssen, einmal Biest, immer Biest.
Als nächstes kam Rapunzel, mit ihrer narzisstischen Mutter und mit etwas toxischer Männlichkeit gewürzt. Ich frage mich, warum das Thema der narzisstischen Mutter, so tabuisiert wird. Viele Märchen basieren auf einer Missbräuchlichen Beziehung zwischen Stieftochter und Stiefmutter, die ihre eigenen Kinder bevorzugt, aber keins von der leiblichen Mutter. Nun denn, bei Rapunzel kommt es dem ziemlich nah, da es niemand anderen außer den beiden zu geben scheint. Der Film hatte für mich einen therapeutischen Charakter, da ich hier die Beziehung zu meiner Tochter etwas überdenken konnte, und viele Verhaltensweisen, mir sehr plakativ und unschön vor die Nase gehalten wurden. Aber auch hier ein Kerl, der Rapunzel eigentlich befreien soll, aber trotzdem irgendwie ein Arschloch ist, sie völlig unterschätzt und klein hält. Warum heiratet sie auch direkt den ersten, denn sie überhaupt sieht? Hmm, gibt es auch nur in Märchen. Oder bei meinen bereits oben erwähnten Ü40erinnen. Ich sehe gewisse Parallelen.
Nach all dem musste ich meinem Hirn eine kurze Pause geben, ich dachte Alice im Wunderland wäre eine gute Idee. Fast, es war eher ein nimmer endend wollender Drogentrip. Findet ihr auch, dass das Königspaar ziemlich an ein Millenniums Pärchen erinnert? Aber immerhin der einzige Film, bei dem die weibliche Hauptfigur ohne männliche Beihilfe weiter kommt. Am Ende war es eh nur geträumt.
Tja, jetzt gehe ich kurz in mich, trinke einen Schluck Hustensaft, und überlege was das alles mit mir gerade macht.
