Alles auf Anfang

Let­ztens habe ich auf Twit­ter gele­sen, dass sich Leute beschw­ert haben, dass jed­er Redak­tuer oder Jour­nal­ist, der vor kurzem das unver­gle­ich­liche Glück der Eltern­schaft erleben durfte, unbe­d­ingt ein Buch drüber schreiben muss. Da ich mich sel­ber für eine von den ganz Großen halte, muss ich natür­lich auch darüber schreiben. Naja vielle­icht noch nicht ganz über das Eltern­sein, son­dern viel mehr das Eltern­wer­den. Wie es so schön heißt: Wir sind schwanger. Das Wir ist sehr wichtig dabei, aber da komme ich später noch darauf zurück.

Wie bere­its aus meinen früheren Beiträ­gen her­vorge­ht, haben mein Lieb­ster und ich vor ziem­lich genau einem Jahr ganz groß unsere Hochzeit zele­bri­ert. Und wie es sich für ein mod­ernes Päarchen in den End­dreißigern gehört, ließ der Nach­wuchs nicht lange auf sich warten.

Hier ein klein­er Auszug aus dem ersten Trimester. Aber die schlim­men Zeit­en sind lägst vergeben und vergessen, die Welt darf jet­zt auch an unserem Glück teil­haben und uns mit gutem Rat zur Seite ste­hen. Und das tut sie, wie gerne sie es tut.

Mir sind im Laufe der Schwanger­schaft einige Dinge aufge­fall­en, und zwar sind es nicht über­wiegend die Frauen, die mit einem mit­fühlen und einen mit guten Ratschlä­gen erhellen, son­dern die Män­ner. Meine Ver­mu­tung ist, die meis­ten Frauen kön­nen sich so gar nicht mehr recht an die Schwanger­schaft erin­nern, während den Män­nern diese lei­dliche Zeit schmerzhaft ins Gehirn einge­bran­nt wurde. Und dann kommt so etwas dabei rum: “Du darf­st nicht so viele Nüsse essen!” “Du musst dich immer warm ein­pack­en, son­st bekommt man schnell eine Blase­nentzün­dung!” “Du musst ger­ade sitzen, krum­sitzen ist nicht gut für’s Kind!” und gaaaanz wichtig: “Du musst für zwei essen!”

Und da kom­men wir schon zu mein­er zweit­en Erken­nt­nis: Man wird während der Schwanger­schaft nicht so dick, weil man sel­ber unbe­d­ingt so viel isst, son­dern weil einem ständig Essen ange­boten wird. Das ist so ein bisss­chen wie bei kleinen Kindern an der Wurst­theke, so passiert es mir schon mal, dass ich in ein­er Kaf­feeschlange ste­he und mir ein Plun­derteilchen ange­boten wird. Oder sobald man die leis­es­ten Anze­ichen von Unwohl­sein äußert, fra­gen alle, ob man etwas zu essen haben will. Bei so viel Für­sorge nein zu sagen, ist wirk­lich schw­er.

Aber wo wir beim The­ma Für-zwei-irgend­was-machen sind, man läuft ganz ein­deutig für zwei. Auf ein­mal wird alles so laaaaaaaaaaaaangsam, jede Bewe­gung wird zur Her­aus­forderung. Und da sind wir schon bei dem The­ma WIR. Ich bin so froh drum, dass man zum Schwanger­w­er­den eine Mann braucht, der im besten Fall einem später auch noch hil­ft. Hut ab vor allen Frauen, die das alleine gemeis­tert haben. Ihr seid wahren Helden.

(So jet­zt noch schnell einen kleinen Snack zu sich nehmen, und weit­er gehts im Text)

Was mir noch aufge­fall­en ist: Man muss nicht mehr gesellschaft­skon­form sein, ganz im Gegen­teil, man wird eher eine Her­aus­forderung für die Gesellschaft. Die Rauch­er machen einen riesen Bogen um einen, sobald man den Raum betritt. Man wird über­all vorge­lassen, und habe ich schon erwäh­nt, dass es dann auch immer was zu essen gibt? Man spricht offen und ehrlich über Blähun­gen, Kramp­fadern und Inkon­ti­nenz. Und zwis­chen­durch muss jemand einem was was zu essen besor­gen.

Aber, man mag es kaum glauben, es gibt auch die dun­klen Seit­en der Schwanger­schaft. Die Äng­ste und Sor­gen, die einen pla­gen, alles begün­stigt durch Sätze wie “Du bist im 5. Monat? Habt ihr euch schon für eine Kita angemeldet? Wollt ihr nicht vielle­icht doch umziehen?”

Was man auch auf gar kein Fall machen darf: Nach irgen­welchen Antworten im Netz suchen. Da wer­den näm­lich ver­meindlich harm­lose Fra­gen zu Prob­le­men von katostrophalem Aus­maß, wie zum Beispiel “Darf ich während der Schwanger­schaft Spargel essen?” “Wenn Sie nicht wollen, dass ihr Kind ein Leben lang nach Ammo­ni­ak stinkt, lassen Sie lieber die Fin­ger von!!!!”

Ach, alles in allem ist die erste Schwanger­schaft eine wun­der­bare Zeit. So jet­zt muss ich aber Schluss machen, ich habe echt Hunger!!!!

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