Büdchenreport abroad: Yevpatorija (Krim)

Es ist mal wieder Zeit raus zu gehen und neue Büd­chen Erfahrun­gen und Ein­drücke zu gewin­nen. Dies­mal ein schmuck­es Stück aus der alten Heimat: Yev­pa­tori­ja auf der wun­der­schö­nen Hal­binsel Krim. Yev­pa­tori­ja blickt auf eine 2500 jährige Geschichte zurück, und gehört zu den beliebtesten Touris­tenorten der Krim. Wie man ver­muten kann, hat die Stadt auf­grund ihrer lan­gen His­to­rie kul­turell, geschichtlich und für mich per­sön­lich emo­tion­al viel zu bieten. Eine sehr inter­es­san­te Begeg­nung mit ein­er ein­heimis­chen Büd­chen­verkäufer­in will ich euch natür­lich nicht voren­thal­ten.
Die Rah­men­hand­lung ist rel­a­tiv schnell erk­lärt: Meine Schwest­er bat mich auf dem Rück­weg vom Strand Milch für ihre Kinder zu holen. Ich hielt bei dem erst­bestem Büd­chen an in der Hoff­nung fündig zu wer­den. Als ich rein ging, fand ich einen Laden voll gepackt mit allen möglichen Lebens­mit­teln und Haushaltswaren, aber weit und bre­it keine Verkäufer­in (auf Krim ist es eher untyp­is­ch hin­ter der Theke eines solchen Ladens einen Mann zu find­en). Nach ca. zwei Minuten fragte ich zögernd ob jemand da ist. Auftritt ein­er gereizte Verkäufer­in mit ein­er ver­speck­ten Schürze und einem schief sitzen­dem Häubchen auf ihrem lock­igem rot­braunem Haar
V: Ja machen sie schnell ich mache Inven­tur!
Ich: Jet­zt?
V: Ja wol­len Sie was, oder kann ich weit­er machen?
Ich: Ja ja, ich will die Milch (zeige mit dem Fin­ger auf ein­er Plas­tik­flasche mit ein­er Katze drauf)
V: Sie kön­nen sie nicht haben.
Ich: Warum, muss sie in der Inven­tarlis­te auf­tauchen?
V: Nein, sie ste­ht da schon seit zwei Tagen und ist bes­timmt schlecht.
Ich: Aber das ist doch eine Plas­tik­flasche und ich gehe davon aus Ihre Theke wird aus­re­ichend gekühlt.
V: Ach was wis­sen Sie schon. Sie kriegen die Milch nicht, sol­len meine Chefs sie trinken.
Ich: Ok haben Sie vielle­icht eine Alter­na­tive für mich.
V: Ja (und hält mich eine PLASTIKTÜTE!!!! mit Milch ent­ge­gen)
Ich: Ne, das kann ich nicht trans­portieren.
V: Ja dann haben Sie Pech, und ich muss jet­zt weit­er machen.

Ich danke dem Rotschopf für diese ehrlichen Worte in ein­er Welt, in der es nur noch um Prof­it geht.
Ich bin dann in dem Büd­chen auf dem Foto unten fündig gewor­den, und was soll ich sagen, als ich zu Hause ankam, war nicht nur die Milch sauer.

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