Leningrad – Exponat

Eine hübsche, junge Frau skyped mit einem Anzugräger und versucht ihn dabei, ziemlich offensichtlich, zu beeindrucken. Der Anzugträger läd seine Gesprächspartnerin am gleichen Tag noch zu einer Ausstellung ein, und sagt, dass er sie um 6 abholen wird. Sie willigt ziemlich gelassen ein, und damit ist das Gespräch beendet.

An dieser Stelle geht die Geschichte los. Waschen, legen, zupfen, schmieren, wickeln, föhnen, schminken, kotzen, beste Freundin beschimpfen. Alles für das erste Date, alles für den perfekten Schein.

Die Gruppe Leningrad hat längst, nicht zuletzt wegen ihrer aufwendigen Videos, absoluten Kultcharakter in Russland. Mit ihren eindeutig nicht jugendfreien aber rafinierten und poetischen Texten, halten sie ihren Zuhörern, auf eine satirische Weise, den Spiegel vor. Sie machen sich lustig über Statussymbole und den übertrieben Protz, für den die russische Oberschicht oftmals bekannt ist.

Aber auch musikalisch ist Leningrad nicht zu verachten. Mit einem Mix aus Ska, russischer Folklore, HipHop und sogar Metal, geht der Sound der Band sofort ins Ohr. Selbst wenn man die Texte nicht versteht, ist Mittanzen garantiert.